Was ist Geographische Atrophie?

Geographic Atrophy

Die zunehmende Belastung durch altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die Geographische Atrophie ist eine fortgeschrittene Form der AMD,1–3 die eine voranschreitende, irreversible Degeneration der Makula verursacht.3–6

Die weltweite Prävalenz der AMD nimmt exponentiell zu.2

Verbreitung der GA

AMD ist eine der Hauptursachen für dauerhaften Sehverlust8

Im Jahr 2020 war die Hauptursache für dauerhaften Sehverlust Katarakte, gefolgt vom Glaukom, unterkorrigierter Fehlsichtigkeit, AMD und diabetischer Retinopathie.8

Ursachen für dauerhaften Sehverlust bei Menschen ab 50 Jahren

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Adapted from GBD 2019.8

Es wird erwartet, dass sich die Zahl der Betroffenen, bei denen eine Geographische Atrophie diagnostiziert wird, fast vervierfachen wird – von fünf Millionen auf mehr als 18 Millionen im Jahr 2040.2,3

Causes of permanent vision loss in those aged 50+

Adaptiert nach GBD 2019.8

Im Jahr 2020 war die Hauptursache für dauerhaften Sehverlust Katarakte, gefolgt vom Glaukom, unterkorrigierter Fehlsichtigkeit, AMD und diabetischer Retinopathie.8

Es wird erwartet, dass sich die Zahl der Betroffenen, bei denen eine Geographische Atrophie diagnostiziert wird, fast vervierfachen wird – von fünf Millionen auf mehr als 18 Millionen im Jahr 2040.2,3

Formen der fortgeschrittenen AMD

Bei der fortgeschrittenen AMD gibt es zwei Formen: die Geographische Atrophie und die choroidale Neovaskularisation (feuchte AMD).9

Die fortgeschrittene AMD ist weniger verbreitet als die frühen und mittleren Stadien es sind,10 aber die fortgeschrittene AMD ist oft sehr symptomatisch und kann zu einem dauerhaften Sehverlust führen.7

Geographische Atrophie (GA) und feuchte AMD gelten als unterschiedliche Erscheinungsformen der fortgeschrittenen AMD, können aber gleichzeitig im selben Auge auftreten. Betroffene mit GA können somit eine feuchte AMD entwickeln und umgekehrt.9

Ursachen der Geographischen Atrophie

Die AMD ist eine komplexe, multifaktorielle Erkrankung. Die Pathogenese der GA umfasst eine komplexe Interaktion von genetischen, physiologischen und umweltbedingten Faktoren.11–14

Genetik4
  • Drusenbildung
  • Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies
  • Entzündung
  • Immunantwort, einschließlich Komplementsystem
Physiologie
  • Lebensalter15
  • Hoher Body-Mass-Index16
  • Bestimmte Dyslipidämien17
  • Chronische HBV-Infektionen18
  • Chronische Entzündung16
  • Begleit-erkrankungen und Medikamente16,19
  • nAMD und ihre Behandlung20
Lebensstil / Umwelt
  • Rauchen16
  • Ernährung16
  • Übermäßiger Alkoholkonsum21
  • Übermäßiges Sonnenlicht/UV-Licht16

Beurteilung des Schweregrads der AMD und des Risikos einer Progression

Das Beckman-Klassifikationssystem erkennt ein zunehmendes Risiko für die Entwicklung einer fortgeschrittenen AMD.22 Dieses System erfordert eine klinische Untersuchung oder ein Farbfundusbild zur Beobachtung und Analyse von Netzhautanomalien.23

Adaptiert von Ferris III et al. 2013.22

Die Klassifizierung basiert auf der Beurteilung von Fundusläsionen innerhalb von zwei Scheibendurchmessern der Fovea im Auge bei Personen über 55 Jahren. Das Vorhandensein von großen Drusen (gelbliche Ablagerungen von extrazellulärem Material unterhalb der Netzhaut) (>125 μm) und/oder Pigmentanomalien weist auf eine intermediäre AMD mit einem hohen Risiko des Fortschreitens zu einer fortgeschrittenen AMD hin.22

Die Beurteilung von Betroffenen anhand der Beckman-Skala unterstützt eine einheitliche Klassifizierung der AMD.23

Bei Drusen handelt es sich um fokale Ansammlungen von extrazellulärem Material zwischen der Basalmembran des retinalen Pigmentepithels (RPE) sowie der inneren kollagenen Schicht der Bruch-Membran.

Diagnose der Geographischen Atrophie

Bildgebende Verfahren der Netzhaut werden zur Erkennung, Diagnose und Überwachung aller Stadien der AMD eingesetzt, einschließlich der GA.24

Bei der Diagnose und Überwachung der AMD können die folgenden Merkmale in der Netzhaut festgestellt werden:25

  • Vorhandensein von Drusen
  • Ein scharf abgegrenzter Bereich in der Makularegion mit einer atrophischen Netzhaut, der die Pigmentierung fehlt
  • Sichtbare darunter liegende Blutgefäße in der Aderhaut

Multimodale Bildgebung zur Beurteilung des Schweregrads der GA und des Progressionsrisikos 23,26

Aufgrund der schlechten Korrelation zwischen der bestkorrigierten Sehschärfe und den Läsionen oder dem Fortschreiten der Geographischen Atrophie wird ein multimodaler Bildgebungsansatz empfohlen, um Betroffene von GA besser verfolgen zu können:26

Die Farbfundusfotografie dokumentiert GA-Läsionen traditionell durch einen abrupten Übergang der Funduspigmentierung, der auf die Atrophie der retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) zurückzuführen ist.26

Die optische Kohärenztomografie (OCT) im Spektralbereich liefert detaillierte In-vivo-Bilder der Makula. Aufnahmen der GA zeigen eine Ausdünnung des RPE, eine Vertiefung der inneren Netzhautschichten bei gleichzeitigem Verlust der äußeren Schichten und eine erhöhte Sichtbarkeit der Bruch’schen Komplexe. Atrophische Bereiche zeigen Klumpen von hyperreflektierendem Material, segmentierte Plaques des äußeren Bandes mit variabler Reflektivität und verdickte äußere hyperreflektierende Bänder. Dehydrierung und Verkalkung von Drusen sind ebenfalls im OCT zu sehen.27

  • Eine OCT kann noch vor klinisch sichtbaren Anzeichen einer GA die ersten Anzeichen von Zellverlust und beginnender Atrophie bei AMD darstellen: Drusen und Pigmentanomalien sind in der OCT erkennbar.23

Die Fundusautofluoreszenz ist nützlich für die Überwachung der fortschreitenden GA-Vergrößerung, da sie eine besser reproduzierbare Messung der atrophischen Bereiche und eine genauere Unterscheidung der Läsionsgrenzen ermöglicht.26 Der Verlust der RPE-Autofluoreszenz weist auf eine Schädigung oder den Tod von Photorezeptoren und/oder RPE-Zellen hin.26

Die Nahinfrarot-Reflexion in Kombination mit der Fundus-Autofluoreszenz kann auf eine Schonung der Fovea hinweisen.28 Dies ist für die Sehschärfe der Betroffenen wichtig.

Die CAM-Gruppe (Classification of Atrophy Meetings) empfiehlt OCT als Referenzstandard für die Diagnose und Einstufung von geographischer Atrophie.29

Fundus-Autofluoreszenz, Nahinfrarot-Reflexion und Farbbildgebung können zur Bestätigung einer GA-Diagnose eingesetzt werden.29

Fortschreiten der Geographischen Atrophie

Die Geographische Atrophie ist sowohl progressiv als auch irreversibel und führt schließlich zu einem dauerhaften Sehverlust.3–6

Geographische Atrophie kann Betroffene mehr als ihr Sehvermögen kosten

Sie können Schwierigkeiten in Bezug auf ihre Unabhängigkeit, Beziehungen und alltägliche Aktivitäten bekommen.30-32

Überaktivierung des Komplementsystems bei Geographischer Atrophie

Eine Überaktivierung des Komplementsystems kann sich nachteilig auswirken und wird mit mehreren schweren Krankheiten in Verbindung gebracht, unter anderem mit Geographischer Atrophie.33

Referenzen

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  2. Wong WL, et al. Lancet Glob Health. 2014;2(2):e106–e116 and supplementary appendix.
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  5. Lindblad AS, et al. Arch Ophthalmol. 2009;127(9):1168–1174.
  6. Holz FG, et al. Ophthalmology. 2014;121(5):1079–1091.
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  8. GBD 2019 Blindness and Vision Impairment Collaborators. Lancet Glob Health. 2021;9(2):e144–e160.
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DE-GADE-2400061